Carsten Lienenkamp

 Hallo!
Dass ich mittlerweile schon 20 Jahre in Bochum bin, wird mir selber erst gerade bewusst. Da haben wir´s: Manchmal fällt mir gar nicht so richtig auf, dass ich unbewusst handle, wie unkonzentriert ich bin oder in was für einer Verfassung ich mich gerade befinde. Aber der Reihe nach: Mein Name ist Carsten Lienenkamp, seit Dezember zähle ich 42 Lenze und seit 2001 bin ich Verwaltungsangestellter an der Uni Bochum: ein vielseitiger, aber auch fordernder Job. Keine Angst, ich lamentiere (an dieser Stelle) nicht über bürokratische Hürden oder Fremdbestimmung, aber zwei Dinge sind – wie bei vielen anderen auch – erwähnenswert:
Erstens die Prioritäten ändern sich fast stündlich und zweitens die Menschen im Arbeitsumfeld sind nicht immer ganz einfach.



Und weil ich ganz häufig ziemlich platt nach Hause gekommen bin, und sich dann auch schnell die ersten Wehwehchen einschlichen, habe ich dringend nach einem Ausgleich gesucht. Von dem vielfältigen Angebot des Budokan Bochum hatte ich da noch gar keine Ahnung, ich bin einfach hingegangen, fand die Menschen sympathisch und hab mich wohl gefühlt im Dojo. Wie ich feststellen konnte, gingen die Trainer auf die Leute ein, das Training hat Spaß gemacht und danach habe ich mich besser gefühlt. Motivation war also ganz klar Wohlfühlen und Gesundheit.
In vielerlei Hinsicht profitiere ich vom Karate. Insgesamt fühle ich mich körperlich fitter, gesünder und widerstandsfähiger. Das „An-sich-selber-arbeiten“ find ich zwar nicht so einfach, aber ich versuche, stabiler zu werden und ein Gefühl für mich selbst und mein Umfeld zu entwickeln, konzentrierter, präziser und wachsamer zu werden.
Ich mag unheimlich viele Dinge am Karate: Die Atmosphäre im Dojo, die Partnerübungen, das gemeinsame Schwitzen, die Ruhe beim REI oder wenn 20 Leute gleichzeitig KIAI machen. Daneben sehe ich, welche Ruhe und Würde erfahrene Karateka ausstrahlen und wie selbstverständlich es für viele ist, sich einzubringen. Für mich persönlich sind im Moment aber, glaub ich, besonders wichtig so Sachen wie „Machen, nicht alles hinterfragen“ und auch mal ein bisschen „Beißen und weniger Jammern“. Da will ich hin. Da ich leider jeden Tag sehe und erfahre, wie respektlos die Menschen miteinander umgehen, ist Karate für mich diesbezüglich ein ganz wichtiger Gegenpol. Es sind aber auch die Kleinigkeiten: Ich merke, dass ich mich über jeden Zentimeter freue, den ich meine Hände weiter zu Boden bringen kann: Außerdem hoffe ich, weiterhin Geduld und Beständigkeit zu lernen (und vor allem Geduld war noch nie meine Stärke), denn beide Tugenden sind wohl in vielen Lebenslagen sehr wichtige Begleiter.
Es ist schön, mit dem einen oder der anderen nach dem Training, auf Lehrgängen oder den Budokan-Parties mal ein Bier zu trinken und zu spüren, dass es den anderen ganz ähnlich geht ☺. Wenn sich daraus Freundschaften entwickeln, umso besser.
Erst einmal möchte ich meine Umzug hinter mich bringen und einen Koffer voller Geld finden. Sportlich gesehen, gibt es natürlich ganz viele Ansatzpunkte: Stabiler stehen, beweglicher in der Hüfte werden, seitliche Tritte üben. Außerdem muss ich mehr Dehnnübungen machen, auf meine Körperspannung achten, besser atmen und mehr Zeit aufwenden, die Anwendungen und überhaupt viel mehr über Karate zu verstehen.
Mittelfristig möchte ich ruhiger und unverkrampfter werden.Ouss Carsten

Anmerkung des Dojos:Carsten hat den Budokan-Cup schon mit organisiert und wenn man ihn braucht ist er zur Stelle.